Mit dem Saturday Night’s Main Event Pack bringt WWE 2K25 fünf Ikonen der „Golden Era“ in den Ring – darunter Tito Santana. Im Interview spricht der Hall-of-Famer über sein spätes Videospiel-Debüt und alte Rivalen.

Am 12. November 2025 erscheint mit dem „Saturday Night’s Main Event“-Pack das nächste DLC-Paket für „WWE 2K25“. Mit dabei: Der ehemalige Intercontinental-Champion Tito Santana als spielbarer Charakter. In Zusammenarbeit mit 2K Games präsentieren wir euch ein Kurz-Interview mit der WWE-Legende, in dem Santana über einige Höhepunkte seiner Karriere spricht.

Und hier das Interview noch einmal in Textform:

Olaf Bleich: Tito Santana, vielen Dank, dass Sie sich heute Zeit für uns nehmen.

Tito Santana: Sehr gern. Ich freue mich darauf.

Olaf Bleich: Sie haben mir viele großartige Wrestling-Erinnerungen beschert. Um ehrlich zu sein: Mein erster Wrestling-Event überhaupt war WrestleMania 6. Dort haben Sie damals gegen den Barbarian gekämpft. Und jetzt sprechen wir hier – und Sie sind Teil von WWE 2K25. Wie fühlt sich das an, im neuen Spiel und im neuen DLC dabei zu sein?

Tito Santana: Das fühlt sich großartig an. Und ich glaube, dies ist tatsächlich mein erstes Videospiel. Ich freue mich riesig. Die Fans haben mich seit Jahren darauf angesprochen, und jetzt ist es endlich soweit.

Olaf Bleich: Wie kam das Ganze zustande? Und warum kommt das erst jetzt?

Tito Santana: Ich habe keine Ahnung. Aber ich bin dankbar, dass es jetzt passiert. Die neue Firma, die WWE leitet, behandelt mich gut, und dafür bin ich sehr dankbar. Und die Fans auch – sie haben mich immer wieder gefragt, wann ich endlich in einem Videospiel sein werde. Jetzt ist es so weit.

Olaf Bleich: Wie gesagt, ich verfolge Ihre Karriere seit den 90ern. Und wenn ich an WrestleMania 6 zurückdenke, denke ich auch an Jesse “The Body” Ventura. Er ist ebenfalls im neuen „Saturday Night’s Main Event“-Pack dabei. Und damals hat er sich in seinen Kommentaren oft ein bisschen über Sie lustig gemacht – „Chico Santana“, „Flying Burrito“ und so weiter. Haben Sie irgendeine lustige Geschichte über Jesse Ventura? Vielleicht zum Zurückzahlen?

Tito Santana: Jesse und ich waren eigentlich gute Freunde aus der AWA-Zeit. Er war damals unglaublich populär. Und jedes Mal, wenn er mich in den Shows „Chico“ nannte oder solche Sachen sagte, half es mir letztlich, beim Publikum noch besser anzukommen. Er war der Heel, ich war der Babyface – das funktionierte. Anfangs wusste ich gar nicht, dass er mich so nennt. Ich kam in die Hallen, und die Fans riefen „Hey Chico!“. Das hat mich zuerst etwas geärgert. Erst als ich irgendwann eine Show im Fernsehen sah, merkte ich, woher das kam.
Aber Jesse hat öfter gesagt, dass ich einer der Wrestler war, mit denen er am liebsten gearbeitet hat.

Olaf Bleich: Stark. Und Ende des Monats steht auch die Survivor Series bevor. Viele vergessen, dass Sie 1990 tatsächlich die Survivor Series gemeinsam mit Hulk Hogan und dem Ultimate Warrior main-eventet haben. Gibt es besondere Erinnerungen an Hulk, den Warrior oder dieses Ereignis?

Tito Santana: Für mich war das eine Riesenehre. Die beiden waren absolute Superstars. Mit ihnen in einem Team zu stehen, angekündigt zu werden und gemeinsam zu kämpfen – das vergesse ich nie.

Olaf Bleich: Ich erinnere mich auch, dass Sie in der Vorrunde der einzige Überlebende Ihrer Gruppe waren und so ins Finale gelangt sind. Sie waren auch Intercontinental Champion. Was bedeutete Ihnen dieser Titel damals?

Tito Santana:
Sehr viel. Als ich den Titel von Don Muraco gewann, brachte mich das endgültig an die Spitze.
Bobby “The Brain” Heenan sagte mir damals sogar, dass mein Shirt sich besser verkaufte als alle anderen im Kader. Das hat mich sehr stolz gemacht. Die Fans standen voll hinter mir.

Olaf Bleich: Das kann ich bestätigen – auch in Deutschland. Wissen Sie eigentlich, wie beliebt Sie hier Anfang der 90er waren?

Tito Santana: Ich habe das erst richtig gemerkt, als wir vor ausverkauften Hallen standen und das Publikum bei meinen Matches regelrecht explodiert ist. Die Fans haben mich dort wirklich wie einen der ihren aufgenommen. Das hat mich sehr berührt.

Olaf Bleich: Sie wurden später zum „El Matador“. Wie kam das zustande?

Tito Santana: Ich hatte Vince McMahon damals eigentlich meine Kündigung gegeben, weil ich das Gefühl hatte, nicht mehr richtig eingesetzt zu werden. Er sagte aber, er habe noch eine Idee für mich, und fragte, ob ich bereit wäre, nach Mexiko zu gehen und als Stierkämpfer zu trainieren. Ich sagte: „Ich mache, was immer du brauchst.“ Pat Patterson meinte, wir würden groß in Südamerika, Mexiko usw. touren. Bruce Prichard sagte mir später sogar, sie hätten Pläne gehabt, mir irgendwann die World Championship zu geben. Ich habe zum Beispiel den Undertaker in Barcelona besiegt – alles deutete auf einen großen Push.
Dann wurde der Plan plötzlich gestoppt. Ich vermute wegen wirtschaftlicher Gründe. Offiziell sagte mir das aber niemand.

Olaf Bleich: Ich erinnere mich auch an Ihren Auftritt in Wembley – das Publikum liebte Sie.
Zum Abschluss: Sie waren letztes Jahr bei Saturday Night’s Main Event zu sehen. Gibt es heutige Wrestler, mit denen Sie – in Ihren besten Jahren – gerne im Ring gestanden hätten?

Tito Santana: Randy Orton hätte ich sehr gern gehabt. Und CM Punk ist ebenfalls fantastisch. Es gibt viele, deren Stil gut zu meinem gepasst hätte.

Olaf Bleich: Gerade mit den vielen Lucha-Libre-Wrestlern heute könnte ich mir das gut vorstellen.

Tito Santana: Mir wurde oft gesagt, dass ich einer der Ersten war, die die High-Flying-Bewegungen in die WWF gebracht haben – schon Ende der 70er.

Olaf Bleich: Ich könnte stundenlang weitersprechen, aber man sagt mir, wir müssen zum Ende kommen. Gibt es ein paar Worte an Ihre deutschen Fans?

Tito Santana: Ich möchte ihnen danken. Viele schreiben mir immer noch. WWE 2K25 ist jetzt draußen, und das Saturday Night’s Main Event-Paket erscheint am 12. November. Ich hoffe, alle probieren Tito Santana im Spiel aus – und geben mir vielleicht ein paar Titel.

Olaf Bleich: Gute Idee – macht’s besser als in den 90ern. Sie hätten sie verdient. Vielen Dank für das Gespräch. Alles Gute und hoffentlich bis bald!

Tito Santana: Vielen Dank.

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